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Ephraim Kishon

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Ephraim Kishon

Beitrag  Rapha am 27/3/2014, 19:49

Juditha schrieb:

Über diese Seite
http://www.ephraimkishon.de/kishonaz.htm


habe ich einiges über Kishon Ephraim (1924 - 2005) gefunden und poste mal, worüber ich lachen musste….

Muss dazu sagen, dass seine Satiren halt in der Zeit, als sie geschrieben wurden vor allem lustig waren, aber ich konnte mich da so richtig zurückversetzen und so Situationen mit dem Computer, der einfach nicht machen wollte, was er sollte, sind mir auch in bester Erinnerung…..


1. Geschichte vom ersten Supermarkt in Tel Aviv …..

Auf dem Supermarkt
Ephraim Kishon
Man kann nie wissen, ob ein Schiff, das mit Waren nach Israel unterwegs ist, auch wirklich ankommen wird. Vielleicht läuft es auf eine Sandbank auf oder wird durch eine Meuterei oder sonst etwas am Ankommen verhindert. So erklärt sich die frenetische* Kaufhysterie, die unter der Bevölkerung ausbrach, als der erste Supermarkt - ein weiteres Zeichen unserer kulturellen Verbundenheit mit dem Westen -  in Tel Aviv eröffnet wurde.
Drei Tage lang übten meine Frau und ich heroische Zurückhaltung. Dann war es vorbei. Wir hatten gerade noch die Kraft zu einer letzten Vorsichtsmaßregel: um dem Schicksal einiger unserer Nachbarn zu entgehen, die an einem einzigen Einkaufsnachmittag Bankrott gemacht hatten, ließen wir unsere Brieftaschen zu Hause und nahmen statt dessen unseren Erstgeborenen, den allgemein als “Rafi” bekannten Knaben, auf den Supermarkt mit.

Gleich am Eingang herrschte lebensgefährliches Gedränge. Wir wurden zusammengepresst wie tatsächlich, da war es auch schon: “Sardinen!” rief meine Frau mit schrillem Entzücken und machte einen sehenswerten Panthersatz direkt an den strategisch postierten Verkaufstisch, um den sich bereits zahllose Hausfrauen mit Zähnen und Klauen balgten. Man hätte an Hand der dort aufgestapelten Sardinenbüchsen eine kleine Weltreise zusammenstellen können: es gab französische, spanische, portugiesische, italienische, jugoslawische, albanische, cypriotische und heimische Sardinen, es gab Sardinen in Öl, in Tomatensauce, in Weinsauce und in Lebenija. (Lebenija ist ein in Israel hergestelltes Milchprodukt, auf das wir uns sehr viel zugute halten. Auch andere Völker stellen es her. Aber wer außer uns nennt es ,”Lebenija”?)

Meine Frau entschied sich für norwegische Sardinen und nahm noch zwei Dosen von ungewisser Herkunft dazu.

“Hier ist alles so viel billiger”, sagte sie.

“Aber wir haben doch kein Geld mitgenommen?”

“In meiner Handtasche war zufällig noch eine Kleinigkeit.” Und damit bemächtigte sie sich eines dieser handlichen Einkaufsgestelle auf Rädern, um die elf Sardinenbüchsen hineinzutun. Nur aus Neugier, nur um zu sehen, was das eigentlich sei, legte sie eine Dose mit der Aufschrift “Gold-Syrup” dazu. Plötzlich erbleichte sie und begann zu zittern: “Rafi!  Um Himmels willen - wo ist Rafi?!”

Der geneigte Leser ist gebeten, sich die Panik zweier Eltern auszumalen, deren knapp achtzehn Monate altes Kind unter den Hufen einer einhertrampelnden Büffelherde verschwunden ist. So ungefähr war uns zumute.

“Rafi!” brüllten wir beide aus vollem Hals. “Rafael! Liebling!”

“Spielwarenabteilung zweiter Block links”, informierte uns ein erfahrenes Mitglied des Verkaufsstabes.

Im nächsten Augenblick zerriss ein betäubender, explosionsartiger Knall unser Trommelfell. Der Supermarkt erzitterte bis in die Grundfesten und neigte sich seitwärts. Wir seufzten erleichtert auf. Rafi hatte sich an einer kunstvoll aufgerichteten Pyramide von etwa fünfhundert Kompottkonserven zu schaffen gemacht und hatte mit dem untrüglichen Instinkt des Kleinkindes die zentrale Stützkonserve aus der untersten Reihe herausgezogen. Um unseren kleinen Liebling für den erlittenen Schreck zu trösten, kauften wir ihm ein paar Süßigkeiten, Honig, Schweizer Schokolade, holländischen Kakao, etwas pulverisierten Kaffee und einen Beutel Pfeifentabak. Während ich den Überschuss auf unserem Einkaufswägelchen verstaute, sah ich dort noch eine Flasche Parfüm, ein Dutzend Notizbücher und zehn Kilo rote Rüben liegen.

“Weib!” rief ich aus. “Das ist nicht unser Wagen!” “Nicht? Na wenn schon.”

Ich muss gestehen, dass diese Antwort etwas für sich hatte. Es war im ganzen kein schlechter Tausch, den wir da machten. Außer den bereits genannten Objekten enthielt unser neuer Wagen noch eine erkleckliche Anzahl freundlich gerundeter Käsesorten, Kompotte in verschiedenen Farben, Badetücher und einen Besen.

“Können wir alles brauchen”, erklärte meine Frau. “Fragt sich nur, womit wir’s bezahlen sollen.”

“So ein Zufall.” Ich schüttelte verwundert den Kopf. “Eben habe ich in meiner Hosentasche die Pfundnoten entdeckt, die ich neulich so lange gesucht hatte.”
Von Gier getrieben, zogen wir weiter, wurden Zeugen eines mitreißenden Handgemenges dreier Damen, deren Laufkarren in voller Fahrt zusammengestoßen waren, und mussten dann aufs neue nach Rafis Verbleib forschen. Wir fanden ihn am ehemaligen Eierverkaufsstand.

“Wem gehört dieser Wechselbalg?” schnaubte der Obereierverkäufer, gelb vor Wut und Eidotter. “Wer ist für dieses Monstrum verantwortlich?!”

Wir erteilten ihm die gewünschte Auskunft via facti*, indem wir unseren Sohn eilig abschleppten, kauften noch einige Chemikalien für Haushaltszwecke und kehrten zu unserem Wagen zurück, auf den irgend jemand in der Zwischenzeit eine Auswahl griechischer Weine, eine Kiste Zucker und mehrere Kannen Öl aufgehäuft hatte. Um Rafi bei Stimmung zu halten, setzten wir ihn zuoberst auf den Warenberg und kauften ihm ein japanisches Schaukelpferd, dem wir zwei Paar reizende Hausschuhe für Rafis Eltern unter den Sattel schoben.

“Noch!” stöhnte meine Gattin mit glasigen Augen. “Mehr!”

Wir angelten uns einen zweiten Wagen, stießen zur Abteilung “Fleisch und Geflügel” vor und erstanden mehrere Hühner, Enten und Lämmer, verschiedene Wurstwaren, Frankfurter, geräucherte Zunge, geräucherte Gänsebrust, Rauchfleisch, Kalbsleberpastete, Gänseleberpastete, Dorschleberpastete, Karpfen, Krabben, Krebse, Lachs, einen Mosche Rabenu, einen Alexander den Großen, einen halben Wal und etwas Lebertran. Nach und nach kamen verschiedene Eierkuchen hinzu, Paprika, Zwiebeln, Kapern, eine Fahrkarte nach Capri, Zimt, Vanille, Vaselin, vasomotorische Störungen, Bohnen, Odol, Spargel, Speisesoda, Äpfel, Nüsse, Pfefferkuchen, Feigen, Datteln, Langspielplatten, Wein, Weib, Gesang, Spinat, Hanf, Melonen, einen Carabinieri, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Blaubeeren, Haselnüsse, Kokosnüsse, Erdnüsse, Nüsse, Mandarinen, Mandolinen, Mandeln, Oliven, Birnen, elektrische Birnen (sechzig Watt), ein Aquarium, Brot, Schnittlauch, Leukoplast, einen Flohzirkus, einen Lippenstift, ein Mieder, Ersatzreifen, Stärke, Kalorien, Vitamine, Proteine, einen Sputnik und noch ein paar kleinere Anschaffungen.

Unseren aus sechs Wagen bestehenden Zug zur Kassa zu dirigieren, war nicht ganz einfach, weil das Kalb, das ich an den letzten Wagen angebunden hatte, immer zu seiner Mutter zurück wollte. Schließlich waren wir soweit, und der Kassier begann schwitzend die Rechnung zusammenzustellen. Ich nahm an, dass sie ungefähr dem Defizit* der israelischen Handelsbilanz entsprechen würde, aber zu meinem Erstaunen belief sie sich auf nicht viel mehr als viertausend Pfund. Was uns am meisten beeindruckte, war die Geschicklichkeit, mit der die Verkäufer unsere Warenbestände in große, braune Papiersäcke verpackten. Nach wenigen Minuten war alles fix und fertig. Nur Rafi fehlte.

“Haben Sie nicht irgendwo einen ganz kleinen Buben gesehen?” fragten wir in die Runde. Einer der Packer kratzte sich nachdenklich am Hinterkopf.

“Augenblick . . .Einen blonden Buben?”

“Ja. Er beißt.”

“Da haben Sie ihn.” Der Packer öffnete einen der großen Papiersäcke. Drinnen saß Rafi und kaute zufrieden an einer Tube Zahnpasta.

“Entschuldigen Sie”, sagte der Packer. “Ich dachte, Sie hätten den Kleinen hier gekauft.”

Wir bekamen für Rafi zweitausendsiebenhundert Pfund zurückerstattet und verließen den Supermarkt. Draußen warteten schon die beiden Lastautos.
http://www.magic-point.net/fingerzeig/literaturgattungen/grundlagen_literatur/kishon/kishon.html


2. Geschichte - Computer 


Mit einer widerspenstigen Waschmaschine kann man sich ja noch verständigen, weil ihr Wortschatz begrenzt ist. Aber wenn man es mit einem Computer jüdischen Ursprungs zu tun bekommt, wird's kritisch. Soviel ich weiß, ist der Riesen-Computer unseres Finanzministeriums in Jerusalem der einzige auf Erden, der seinen Vorgesetzten folgende Mitteilung zugehen ließ: "meine Herren, gestern Nachmittag bin ich verrückt geworden. Schluß der Durchsage." 


Über den Umgang mit Computern
von Ephraim Kishon

Bisher hat es mich noch nie gestört, daß ich zufällig den gleichen Namen trage wie ein Nebenfluß des Jordan. Aber vor einiger Zeit erhielt ich eine Nachricht von der Steuerbehörde, auf offiziellem Papier und in sonderbar wackeliger Maschinenschrift:

"Letzte Mahnung vor Beschlagnahme. Da Sie auf unsere Mitteilung betreffend Ihre Schuld im Betrag von Isr. Pfund 20.012,11 für die im Juli vorigen Jahres durchgeführten Reparaturarbeiten im Hafen des Kishon-Flusses bis heute nicht reagiert haben, machen wir Sie darauf aufmerksam, daß im Nichteinbringungsfall der oben genannten Summe innerhalb von sieben Tagen nach dieser letzten Mahnung die gesetzlichen Vorschriften betreffend Beschlagnahme und Verkauf Ihres beweglichen Eigentums in Anwendung gebracht werden. Sollten Sie Ihre Schuld inzwischen beglichen haben, dann betrachten Sie diese Mitteilung als gegenstandslos. (gez.) S. Seligson, Abteilungsleiter." 

Ungeachtet des tröstlichen Vorbehalts im letzten Absatz verfiel ich in Panik. Einerseits bewies eine sorgfältige Prüfung meiner sämtlichen Bücher und Belege unzweifelhaft, daß keine wie immer gearteten Reparaturen an mir vorgenommen worden waren, andererseits fand ich nicht den geringsten Anhaltspunkt, daß ich der erwähnten Zahlungsverpflichtung nachgekommen wäre. Da ich seit jeher dafür bin, lokale Konflikte durch direkte Verhandlungen zu bereinigen, begab ich mich zur Steuerbehörde, um mit Herrn Seligson zu sprechen.

"Wie Sie sehen", sagte ich und zeigte ihm meinen Personalausweis, "bin ich ein Schriftsteller und kein Fluß." Der Abteilungsleiter faßte mich scharf ins Auge: "Wieso heißen Sie dann Kishon?" "Aus Gewohnheit. Außerdem heiße ich auch noch Ephraim. Der Fluß nicht." Das überzeugte ihn. Er entschuldigte sich und ging ins Nebenzimmer, wo er den peinlichen Vorfall mit seinem Stab zu diskutieren begann, leider nur flüsternd, so daß ich nichts hören konnte.

Nach einer Weile forderte er mich auf, in die offene Türe zu treten und mich mit erhobenen Händen zweimal im Kreis zu drehen. Nach einer weiteren Weile war die Abteilung offenbar überzeugt, daß ich im Recht sei oder zumindest im Recht sein könnte.

Der Abteilungsleiter kehrte an seinen Schreibtisch zurück, erklärte die Mahnung für hinfällig und schrieb mit Bleistift auf den Akt: "Hat keinen Hafen. Seligson." Dann machte er auf den Aktendeckel eine große Null und strich sie mit zwei diagonalen Linien durch.

Erleichtert kehrte ich in den Schoß meiner Familie zurück "Es war ein Irrtum. Die Logik hat gesiegt." "Siehst du!" antwortete die beste Ehefrau von allen. "Man darf nie den Mut verlieren."

Am Mittwoch traf die "Benachrichtigung über die Konfiskation beweglichen Gutes" bei mir ein: "Da Sie unsere 'letzte Mahnung vor Beschlagnahme' unbeachtet gelassen haben", schrieb Seligson, "und da Ihre Steuerschuld im Betrag von Isr. Pfund 20.012,11 bis heute nicht beglichen ist, sehen wir uns gezwungen, die gesetzlichen Vorschriften betreffend Beschlagnahme und Verkauf Ihres beweglichen Eigentums in Anwendung zu bringen. Sollten Sie Ihre Schuld inzwischen beglichen haben, dann betrachten Sie diese Mitteilung als gegenstandslos."

Ich eilte zu Seligson. "Schon gut, schon gut", beruhigte er mich. "Es ist nicht meine Schuld. Für Mitteilungen dieser Art ist der elektronische Computer in Jerusalem verantwortlich, und solche Mißgriffe passieren ihm immer wieder. Kümmern Sie sich nicht darum."

Soviel ich feststellen konnte, war die zuständige Stelle in Jerusalem vor ungefähr einem halben Jahr automatisiert worden, um mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten. Seither besorgt der Computer die Arbeit von tausenden traurigen Ex-Beamten. Er hat nur einen einzigen Fehler, nämlich den, daß die Techniker in Jerusalem mit seiner Arbeitsweise noch nicht so recht vertraut sind und ihn gelegentlich mit falschen Daten füttern. Die Folge sind gewisse Verdauungsstörungen, wie eben im Fall der an mir vorgenommenen Hafenreparatur.

Seligson versprach, das Mißverständnis ein für allemal aus der Welt zu schaffen. Sicherheitshalber schickte er noch in meiner Gegenwart ein Fernschreiben nach Jerusalem, des Inhalts, daß man die Sache bis auf weiteres ruhen lassen sollte, auf seine Verantwortung. Ich dankte ihm für diese noble Geste und begab mich in vorzüglicher Laune nach Hause.

Am Montag Vormittag wurde unser Kühlschrank abgeholt. Drei stämmige Staatsmöbelpacker wiesen einen von S. Seligson gezeichneten Pfändungsauftrag vor, packten den in unserem Klima unentbehrlichen Nutzgegenstand mit geübten Pranken und trugen ihn hinaus. Ich umhüpfte und umflatterte sie wie ein aufgescheuchter Truthahn: "Bin ich ein Fluß?" krähte ich. "Habe ich einen Hafen? Warum behandeln Sie mich als Fluß? Kann ein Fluß reden? Kann ein Fluß hüpfen?" Die drei Muskelprotze ließen sich nicht stören. Sie besaßen einen amtlichen Auftrag, und den führten sie durch.

Auf dem Steueramt fand ich einen völlig niedergeschlagenen Seligson. Er hatte soeben aus Jerusalem eine erste Mahnung betreffend seine Steuerschuld von Isr. Pfund 20.012,11 für meine Reparaturen erhalten.

"Der Computer", erklärte er mir mit gebrochener Stimme, "hat offenbar die Worte 'auf meine Verantwortung' falsch analysiert. Sie haben mich in eine sehr unangenehme Situation gebracht, Herr Kishon. Das muß ich schon sagen!"

Ich empfahl ihm, die Mitteilung als gegenstandslos zu betrachten - aber da kam ich schön an. Seligson wurde beinahe hysterisch: "Wen der Computer einmal in den Klauen hat, den läßt er nicht mehr los!" rief er und raufte sich das Haar. "Vor zwei Monaten hat der Protokollführer des parlamentarischen Exekutivausschusses vom Computer den Auftrag bekommen, seinen Stellvertreter zu exekutieren. Nur durch die persönliche Intervention des Justizministers wurde der Mann im letzten Augenblick gerettet. Man kann nicht genug aufpassen..."

Ich beantragte, ein Taxi zu rufen und nach Jerusalem zu fahren, wo wir uns mit dem Computer aussprechensollten, gewissermaßen von Mann zu Mann. Seligson winkte ab: "Er läßt nicht mit sich reden. Er ist viel zu beschäftigt. Neuerdings wird er sogar für die Wettervorhersage eingesetzt. Und für Traumanalysen."

Durch flehentliche Bitten brachte ich Seligson immerhin so weit, daß er den Magazinverwalter in Jaffa anwies, meinen Kühlschrank bis auf weiteres nicht zu verkaufen.

Einer am Wochenende eingelangten "Zwischenbilanz betr. Steuerschuldenabdeckung" entnahm ich, daß mein Kühlschrank bei einer öffentlichen Versteigerung zum Preis von Isr. Pfund 19,-- abgegangen war und daß meine Schuld sich nur noch auf Isr. Pfund 19.933,11 belief, die ich innerhalb von sieben Tagen zu bezahlen hatte. Sollte ich in der Zwischenzeit..."

Diesmal mußte ich in Seligsons Büro eine volle Stunde warten, ehe er keuchend ankam. Er war den ganzen Tag mit seinem Anwalt kreuz und quer durch Tel-Aviv gesaust, hatte meinen Kühlschrank auf den Namen seiner Frau überschreiben lassen und schwor mir zu, daß er nie wieder für irgendjemanden intervenieren würde, am allerwenigsten für einen Fluß.

"Und was soll aus mir werden?" fragte ich. "Keine Ahnung", antwortete Seligson wahrheitsgemäß. "Manchmal kommt es vor, daß der Computer eines seiner Opfer vergißt. Allerdings sehr selten." Ich erwiderte, daß ich an Wunder nicht glaubte und die ganze Angelegenheit sofort und endgültig zu regeln wünschte.

Nach kurzem, stürmischem Gedankenaustausch trafen wir eine Vereinbarung, derzufolge ich die Kosten der in meinem Hafen durchgeführten Reparaturen in zwölf Monatsraten abzahlen würde. Mit meiner und Seligsons Unterschrift versehen, ging das Dokument sofort nach Jerusalem, um von meinem beweglichen Gut zu retten, was noch zu retten war.

"Mehr kann ich wirklich nicht für Sie tun", entschuldigte sich Seligson. "Vielleicht wird der Computer mit den Jahren vernünftiger." "Hoffen wir's", sagte ich.

Gestern erreichte mich der erste Scheck in der Höhe von Isr. Pfund 1.666,05, ausgestellt vom Finanzministerium und begleitet von einer Mitteilung Seligsons, daß es sich um die erste Monatsrate der insgesamt Isr. Pfund 19.993,11 handelte, die mir von der Steuerbehörde gutgeschrieben worden waren.

Meine frohe Botschaft, daß wir fortan keine Existenzsorgen haben würden, beantwortete die beste Ehefrau von allen mit der ärgerlichen Bemerkung, es sei eine Schande, daß man uns um die Zinsen betrüge, anderswo bekäme man sechs Prozent.

Die Zukunft gehört dem Computer. Sollten Sie das schon selbst gemerkt haben, dann betrachten Sie diese Mitteilung als gegenstandslos.
http://web.archive.org/web/20030203041729/http://www.inf-gr.htw-zittau.de/~mhowitz/about/kishon/UmgangMitComputern.html



Kishon von A-Z … - H wie hebräisch lernen….. 

Hebräisch
Hebräisch lässt sich verhältnismäßig leicht erlernen, fast so leicht wie Chinesisch. Schon nach drei oder vier Jahren ist der Neueinwanderer in der Lage, einen Straßenpassanten in fließendem Hebräisch anzusprechen: “Bitte sagen sie mir, wie spät es ist, aber womöglich auf englisch.”
aus: http://www.ephraimkishon.de/kishonaz.htm


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Ephraim Kishon ...

Beitrag  alexander pfersdorff am 27/3/2014, 21:15

... ohr hilfe wow ...ich fall vom Stuhl ...

ICH  l i e b e  Ephraim Kishon ...was hab ich Bücher von meinem geliebten Literaten .....

... drehen Sie sich nicht um Frau Lot (fällt mir da gerade spontan an) und viele viele mehr
... seine literarischen Werke sind und bleiben unvergessen!

An ein Interview von ihm kann ich mich noch ganz genau erinnern...er sprach von Israel und dem Pallis ... dem "Konflikt".
Er brachte einen sehr, sehr guten Vergleich und stellte Fragen.
... tja ...der Mann war sehr, sehr weise und konnte mit wenigen Worten vermeindlich komplexe Sachen auf den
Punkt bringen ....

... er bleibt unvergessen ... DANKE!
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alexander pfersdorff
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Hallo

Beitrag  Ilan am 29/3/2014, 20:07

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Re: Ephraim Kishon

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